Online-Antrag

Tätigkeitsbericht 2025

Die Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft (SdR) hat ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt und auf ihrer Internetseite veröffentlicht.

Der Bericht informiert u. a. über Zuständigkeiten, Aufgaben und Organisation der SdR, den Ablauf des Schlichtungsverfahrens, die Art der Streitigkeiten sowie über Eingänge und Erledigungen der Anträge.

Zusammenfassung:

  • Seit Einrichtung der SdR im Jahre 2011 sind insgesamt 15.867 Anträge auf Schlichtung gestellt worden.
  • Mit insgesamt 1.498 Schlichtungsanträgen sind 2025 ca. 49% mehr Anträge als im Vorjahr bei der SdR eingegangen.
  • Soweit die Anträge zulässig waren, sind ganz überwiegend Schlichtungsvorschläge unterbreitet worden, die ein gegenseitiges Nachgeben der Parteien anregten.
  • Mit 424 Schlichtungsvorschlägen konnten 2025 ca.11% mehr Einigungsvorschläge unterbreitet werden.
  • Die Bereitschaft der Antragsgegner, am freiwilligen Schlichtungsverfahren teilzunehmen, ist im Berichtsjahr erneut gestiegen und lag bei ca. 92 %.
  • Die durchschnittliche Verfahrensdauer vom Vorliegen der vollständigen Schlichtungsakte bis zum Versenden des Schlichtungsvorschlages betrug 2025 durchschnittlich nur ca. 62 Tage und liegt damit weiterhin unter der gesetzlich zulässigen Frist von 90 Tagen.

Neben der bereits sehr hohen Akzeptanz für die Arbeit der Schlichtungsstelle haben im Laufe des Berichtsjahres vor allem KI-basierte Plattformen vermehrt dazu beigetragen, dass Mandantinnen und Mandanten den Weg zur Schlichtungsstelle finden.

Mithilfe einer automatisierten Analyse von Sachverhalten sind KI-Plattformen in der Lage, die passende Schlichtungsstelle zu identifizieren. Zudem unterstützt die künstliche Intelligenz inzwischen (ehemalige) Mandantinnen und Mandanten bei der Erstellung von Schlichtungsanträgen, indem relevante Informationen strukturiert abgefragt und konkrete Formulierungen für einen Antrag vorgeschlagen werden. Das Ergebnis ist ein niedrigschwelliger und effizienter Zugang für Verbraucherinnen und Verbraucher zur außergerichtlichen Streitbeilegung. KI-basierte Plattformen tragen damit zur Stärkung von Verbraucherrechten und intensiveren Nutzung bestehender Schlichtungsangebote bei.

Den damit verbundenen Herausforderungen stellt sich die Schlichtungsstelle. Denn die Fähigkeit, hohe Antragszahlen professionell zu bewältigen, wird entscheidend für eine weiterhin hohe Akzeptanz der Schlichtung sein.